Lüttchendorf – St. Fabian und Sebastian

Die Dorfkirche St. Fabian und Sebastian

Historische Nachrichten aus dem 18. Jh.

aufgesetzt und geschrieben von dem Pastore Johann August Dorenberg, der 1777 nach Lüttchendorf kam.

„Was die erste Gründung und Erbauung dieser Kirche anbetrifft, so ist dieselbe im Papsttum geschehen, und kann von derselben folgende Nachricht gegeben worden. Sie ist damals nach Papistischer Weise dem Fabian und Sebastian gewidmet worden, welchen Namen sie auch noch heutigen Tages führet. Der vordere Teil derselben, wo der Altar steht, kommt aus dem Papsttum. Wann dieser Teil erbaut wurde, bezeugt die in Mönchsschrift geschriebene Inschrift, welche außerhalb der Kirche auf der Mitternachtsseite in einen Stein eingegraben, befindlich ist. Diese Inscription lautet also:

Anno Domini…M CCCC LXXX secunda feria pii ambrosii positus primus lapis huius chori. (Übersetzung: Im Jahre des Herrn 1480 am andern Festtage des frommen Ambrosius ist der erste Stein dieses Chors oder Kapelle gelegt worden.)

Und so wäre im Jahr 1480 der Anfang gemacht worden mit dem Bau dieser Kirche. Wie sie nun im Anfang sehr klein gewesen, dass lehrt der Augenschein, so dass nachher der andere Teilangebaut wurde.Wann dies genau geschehen ist, kann jedoch nicht genau bestimmt werden.Sie hat im Jahr 1716, in welchem durch eine große Feuersbrunst dieser Ort heimgesucht worden, viel gelitten, bei welcher das Dach derselben sehr beschädigt wurde. Und so hat sie nachher viele Jahre in einen elenden Zustand gestanden, so dass man aller Orte durch die Decke sehen, auch fast nicht trocken darunter sitzen konnte, bis sie endlich um Jahr 1730 auf Kosten dieser christlichen Gemeinde repariert wurde. Denn im besagten Jahr ist das Dach abgenommen und der Dachstuhl befestigt worden, die Mauern sind inwendig mit Pfeilern versehen, neue und größere Fenster gemacht, die Decke mit einem Schlackengewölbe ausgestattet und fein übertüncht und die große Tür durch den Turm gebrochen worden. Die Emporen sind mit Strukturarbeit überzogen und neue Weiberstühle gebaut wurden. Der Altar aber, welchen Herr Rentmeister Ehrenberg auf seine Kosten bauen ließ, ist etwas geändert und eine neue Kanzel angebracht worden, so dass alles bis 1731 fertig wurde. Die Orgel ist auf Kosten der hiesigen christlichen Gemeinde 1745 gebaut worden, bei deren Erbauung sich die meisten hiesigen Einwohner sehr freigiebig erwiesen haben. Wegen Armut des Kirchenamtes musste der Altar viele Jahre bloß und ungestrichen stehen. Doch erweckte Gott einen großen Liebhaber seines Hauses, dass dieser zur Ausschmückung und Auszierung des Altars betragen sollte. Michael Rost, Fischer und Einwohner, welcher oft, als der Kirche schon große Wohltaten erwiesen hatte, wendete 80 Taler für das Anmalen und Vergolden des Altars an.“

U. Wohland, Lüttchendorf

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